Im Rahmen einer Buchpräsentation des Bundesdenkmalamtes wurden kürzlich zwei neue wissenschaftliche Publikationen zu den bedeutenden archäologischen Funden von Leithaprodersdorf vorgestellt. Gerne machen wir auf diese aktuellen Forschungen aufmerksam, die wichtige neue Einblicke in die Geschichte der Region ermöglichen.
Mit Band 5 der Reihe Fundberichte aus Österreich/Beihefte legt Violetta Reiter eine umfassende Bearbeitung der endneolithischen und frühbronzezeitlichen Bestattungen aus den Leithaprodersdorfer Kreuzäckern vor. Die Publikation basiert auf jahrzehntelangen Denkmalschutzgrabungen des Bundesdenkmalamtes, die im Zuge der Ortserweiterung durchgeführt wurden und schließlich auch die benachbarten Bachreuthäcker einschlossen. Dabei kamen zahlreiche Siedlungs- und Bestattungsbefunde vom späten Neolithikum bis in die Römerzeit ans Licht und bilden die Grundlage für die weitere wissenschaftliche Erforschung dieser außergewöhnlich fundreichen Landschaft an der Leitha.
Lucia Formato untersucht in ihrer Publikation „Das kaiserzeitliche Gräberfeld von Leithaprodersdorf im Burgenland (Österreich). Eine Studie zu ländlichen Besiedlungsstrukturen im Hinterland von Carnuntum“ die römerzeitliche Nutzung der Region und eröffnet neue Perspektiven auf das Leben im Umland der bedeutenden Provinzhauptstadt Carnuntum.
Die Präsentation fand im Beisein der Autorinnen, Vertreter:innen des Bundesdenkmalamtes, des Landesmuseums Burgenland sowie des Bürgermeisters Martin Radatz und zahlreicher Gäste statt und bot einen schönen Rahmen für Austausch über Archäologie, Forschung und kulturelles Erbe im Burgenland.
Ein besonderes Highlight des Abends war außerdem ein archäologisches Giveaway: die Replik eines keramischen Stiefelgefäßes, das ursprünglich als Grabbeigabe in einem Kindergrab entdeckt wurde. Die Gussform für die Replik wurde von Landesmuseumsmitarbeiter Fritz Wagner gefertigt und machte das außergewöhnliche Fundstück für die Gäste auf besondere Weise erlebbar.
Wir gratulieren den Autorinnen herzlich zu ihren Publikationen und danken dem Bundesdenkmalamt und der Gemeinde Leithaprodersdorf für die gelungene Präsentation!

