Der Burgenländische Museumstag, der jährlich Ende März stattfindet, ist ein wichtiger Treffpunkt für haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter:innen burgenländischer Museen sowie für alle, die sich für Museumsarbeit interessieren. Er bietet Raum für fachlichen Austausch, neue Ideen und praxisnahe Impulse zur Weiterentwicklung der Museumsarbeit im Burgenland. Heuer fand die Tagung im MUBA – Museum für Baukultur in Neutal statt.
Ein Thema von hoher Aktualität
Im Mittelpunkt des 22. Burgenländischen Museumstags stand das hochaktuelle Thema „Notfallplanung in Museen und Archiven – Vernetzung und aktuelle Entwicklungen in Österreich“. Schon in der Begrüßung wurde deutlich, wie relevant der Schutz von Kulturgut heute ist: Aktuelle Schadensereignisse wie Hochwasser in Eisenstadt oder der Brand des Heimatmuseums Stinatz zeigen, wie wichtig gute Vorbereitung und funktionierende Notfallstrukturen für Museen sind.
Notfallplanung braucht Struktur
Den zentralen Fachvortrag hielt Andreas Obernosterer-Rupprecht, Beauftragter für Kulturgüterschutz der Österreichischen Galerie Belvedere. Anhand konkreter Erfahrungen aus dem Belvedere zeigte er, was wirksame Notfallplanung in der Praxis bedeutet: klare Alarmierungsketten, geeignete Sofortmaßnahmen, die Priorisierung besonders schützenswerter Objekte und eine genaue Vorbereitung von Bergungsszenarien. Besonders deutlich wurde, dass Notfallmanagement kein abstraktes Konzept ist, sondern ein zentraler Bestandteil verantwortungsvoller Museumsarbeit.
Vernetzung als Schlüssel im Ernstfall
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Notfallverbund österreichischer Museen, Archive und Bibliotheken. Der 2013 gegründete Verbund zählt heute rund 50 Mitglieder und 10 Partnerinstitutionen und unterstützt seine Einrichtungen durch Austausch, Workshops und gemeinsame Standards. Vorgestellt wurden auch aktuelle Entwicklungen wie neue Vernetzungsformate, Arbeitsgruppen und eine neue Online-Plattform. Die zentrale Botschaft des Tages war klar: Prävention ist nicht nur sinnvoll, sondern deutlich kostengünstiger als nachträgliche Restaurierung.
In der anschließenden Diskussion wurde besonders die Bedeutung regionaler Netzwerke hervorgehoben. Im Ernstfall braucht es eingespielte Kontakte zu Feuerwehr, Polizei, Bundesheer und weiteren Partnerinstitutionen. Ebenso wichtig sind persönliche Begegnungen, gemeinsame Begehungen und abgestimmte Ressourcen bereits vor einem Schadensfall. Gerade darin lag eine der stärksten Botschaften des Museumstags: Kulturgüterschutz gelingt am besten gemeinsam.
Das MUBA als passender Gastgeber
Neben dem fachlichen Programm bot der Museumstag auch Einblicke in die Arbeit des gastgebenden Hauses. Das MUBA Neutal widmet sich der regionalen Baukultur und erzählt die Geschichte der Neutaler Maurer sowie der Kessel- und Kaminbauer, die weltweit tätig waren. Bei Führungen durch das Museum konnten die Teilnehmer:innen verschiedene Ausstellungsbereiche kennenlernen und einen Eindruck von der engagierten Arbeit vor Ort gewinnen.
Austausch, der weiterwirkt
Der Burgenländische Museumstag 2026 hat einmal mehr gezeigt, wie wertvoll Austausch, Vernetzung und gemeinsames Lernen für die Museumslandschaft im Burgenland sind. Die Tagung in Neutal setzte wichtige Impulse für die Zukunft — und machte deutlich, dass der Schutz unseres kulturellen Erbes eine gemeinsame Aufgabe ist.

