450 Fachleute aus ganz Österreich diskutierten über die Zukunft der Museumsarbeit – das 100-jährige Jubiläum des Landesmuseums Burgenland bildete einen besonderen Rahmen für die Fachtagung.
Von 14. bis 16. Oktober 2026 wurde Eisenstadt zum Treffpunkt der österreichischen Museumslandschaft. Unter dem Motto „Vielstimmig! Museen als Resonanzräume“ brachte der Österreichische Museumstag rund 450 Expertinnen und Experten aus ganz Österreich zusammen. Gemeinsam mit ICOM Österreich und dem Museumsbund Österreich richtete das Landesmuseum Burgenland die jährlich stattfindende Fachtagung im Kultur Kongress Zentrum Eisenstadt aus. Das 100-jährige Jubiläum des Landesmuseums Burgenland verlieh der Veranstaltung einen besonderen Stellenwert.
Im Mittelpunkt standen aktuelle Fragen der Museumsarbeit: Wie können Museen unterschiedliche gesellschaftliche Perspektiven, Geschichten und Minderheitensprachen sichtbar machen? Wie können sie als Orte des Dialogs wirken und Menschen dazu einladen, ihre Erfahrungen und Sichtweisen einzubringen?
Vorträge, Gespräche und Diskussionen boten vielfältige Impulse für die zukünftige Museumsarbeit. Die Keynote von Andreas Krištof unter dem Titel „Wie Museen erzählen (können)!“ beschäftigte sich mit der Frage, wer im Museum zu Wort kommt und wer darüber entscheidet, welche Geschichten erzählt werden. Weitere Beiträge widmeten sich dem Zusammenspiel von Objekten, Räumen und Erfahrungen sowie den Themen Sprache, Macht und Identität.
Auszeichnungen für herausragende Museumsarbeit
Ein Höhepunkt der Fachtagung war die Verleihung und Verlängerung des Österreichischen Museumsgütesiegels am 14. Oktober. Auch das MUBA – Museum für Baukultur in Neutal wurde erneut ausgezeichnet und darf das Gütesiegel bis 2031 tragen. Damit zählt das burgenländische Museum seit 20 Jahren zu den Trägern dieses Qualitätszeichens.
Der Österreichische Museumspreis 2026 ging an den Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim in Oberösterreich.
Festlicher Empfang zum 100-jährigen Jubiläum
Anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Landesmuseums Burgenland lud das Land Burgenland am 15. Oktober zu einem festlichen Empfang in die Orangerie von Schloss Esterházy. Der Abend bot Gelegenheit, auf ein Jahrhundert burgenländischer Museumsgeschichte zurückzublicken und den fachlichen Austausch in besonderem Rahmen fortzuführen.
Den Abschluss des Österreichischen Museumstags bildete eine Exkursion zur Friedensburg Schlaining. Besichtigungen der Ausstellungen „Blech mit Herz – Faszination Blasmusik im Burgenland“ und „Burgenland ab 1921“ sowie der ehemaligen Synagoge vermittelten den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Einblicke in die Geschichte und kulturelle Vielfalt des Burgenlandes.
Der Österreichische Museumstag 2026 zeigte eindrucksvoll, welche Bedeutung Museen als Orte der Begegnung, des Wissensaustauschs und des gesellschaftlichen Dialogs haben – und setzte zugleich wichtige Impulse für die Weiterentwicklung der Museumslandschaft.





