100 Jahre LMB Eröffnung: links Dr. Ester Heiss, Margit Fröhlich - rechts Gert Polster, Danijela Ilic
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100 Jahre Landesmuseum Burgenland

Zwei neue Ausstellungen erzählen von den Sammlungen und den Menschen hinter der Museumsgeschichte

Zum 100-jährigen Bestehen des Landesmuseums Burgenland sind seit 3. Oktober 2026 zwei Jubiläumsausstellungen in Eisenstadt zu sehen. Im Leinner-Haus, dem ersten Standort des Landesmuseums, widmet sich „Das Landesmuseum und seine Sammlungen“ der Vielfalt der Bestände. Das Österreichische Jüdische Museum beleuchtet mit „Das Landesmuseum und das Judentum“ die bedeutende Rolle jüdischer Persönlichkeiten in der frühen Geschichte des Museums.

Am 14. September 1926 wurde das Burgenländische Landesmuseum im heutigen Leinner-Haus in Eisenstadt eröffnet. Genau 100 Jahre später kehrt das Museum für sein Jubiläum an diesen historischen Ausgangspunkt zurück. Am 2. Oktober wurden dort die beiden Jubiläumsausstellungen offiziell eröffnet.
 

Zurück an den ersten Standort

Nach der Entstehung des Burgenlandes als eigenes Bundesland im Jahr 1921 begann auch der Aufbau einer landeskundlichen Sammlung. Eine zentrale Rolle spielte dabei der Eisenstädter Weinhändler, Sammler und Mäzen Sándor Wolf. Er stellte dem jungen Museum das Leinner-Haus zur Verfügung, in dem schließlich 1926 das Burgenländische Landesmuseum eröffnet wurde.

Die Ausstellung „Das Landesmuseum und seine Sammlungen“ knüpft an diese Anfänge an und zeigt die Vielfalt der Bestände, die im Laufe eines Jahrhunderts gesammelt, bewahrt und wissenschaftlich erforscht wurden.

Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur die Entwicklung des Museums, sondern vor allem ausgewählte Objekte und ihre Geschichten. Zu sehen sind unter anderem das vollständige Skelett eines 1929 in Winden gefundenen Höhlenbären, ein Mastodon-Stoßzahn, archäologische Fundstücke sowie ein Tanzschuh der berühmten Tänzerin Fanny Elssler.

Von Urgeschichte und Naturwissenschaft über Archäologie bis hin zu Kunst und Kulturgeschichte spannt die Ausstellung einen Bogen durch die unterschiedlichen Sammlungsbereiche des Landesmuseums.
 

Jüdische Persönlichkeiten und die Geschichte des Landesmuseums

Ein weiterer wichtiger Teil der Museumsgeschichte wird im Österreichischen Jüdischen Museum Eisenstadt erzählt. Die Ausstellung „Das Landesmuseum und das Judentum“ beschäftigt sich mit jüdischen Persönlichkeiten, die wesentlich zur Entstehung und Entwicklung des Landesmuseums beigetragen haben.

Neben Sándor Wolf stehen unter anderem Karl Halaunbrenner, Alphons Barb und Michael Ferdinand Bothar im Mittelpunkt. Sie gehörten zu jener Generation, die den Aufbau der Sammlungen und die landeskundliche Forschung im jungen Burgenland maßgeblich mitprägte.

Die Ausstellung thematisiert zugleich die tiefen Einschnitte des Jahres 1938. Verfolgung, Enteignung und Flucht zerstörten jüdisches Leben und hinterließen auch in der Geschichte des Landesmuseums deutliche Spuren. Originalobjekte, Dokumente und biografische Zeugnisse erzählen von diesen Brüchen und vom späteren Umgang mit geraubten Kulturgütern und deren Restitution.
 

Zwei Ausstellungen – eine gemeinsame Museumsgeschichte

Die beiden Jubiläumsausstellungen erzählen die Geschichte des Landesmuseums aus unterschiedlichen Perspektiven: über seine Sammlungen und Objekte ebenso wie über die Menschen, die seinen Aufbau und seine Entwicklung geprägt haben.

Der historische Standort im Leinner-Haus und die Ausstellung im Österreichischen Jüdischen Museum ergänzen einander und machen zentrale Kapitel aus 100 Jahren Museumsgeschichte im Burgenland sichtbar.
 


Ausstellungsdauer: 3. Oktober 2026–26. September 2027

Leinner-Haus Eisenstadt

Ruster Straße 12–16
7000 Eisenstadt

Öffnungszeiten: Do–So | 10–17 Uhr
office@landesmuseum-burgenland.at
www.landesmuseum-burgenland.at


Österreichisches Jüdisches Museum

Unterbergstraße 6
7000 Eisenstadt

Öffnungszeiten: So–Do | 10–17 Uhr
info@ojm.at
www.ojm.at